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Retrospektive: Burger King sorgt für Hahnenkampf
Miami, Oktober 2004. Burger King lancierte ein neues Chicken Sandwich. Klingt nicht gerade aufregend, man möge denken, dafür sei er doch da. Aber nicht so schnell: Das Sandwich genannt “TenderCrisp Chicken Sandwich” sollte ganze 3 Millionen Amerikaner in seinen Bann ziehen. Wie das? Man verbinde den Burger mit einer gehörigen Portion actionreicher Unterhaltung. Scheint ein Standard-Rezept in den USA zu sein. Doch das, was dabei heraus kam, war alles andere als gewöhnlich. Zur Vorgeschichte: Der Fastfood-Hersteller kreierte zwei verschiedene Arten des Sandwiches.
Das eine im Original und weil’s so schön war noch eine zweite Version mit reichlich fetter würziger Sauce: “Spicy TenderCrisp”. Um die neuen Kreationen nun auf den Markt zu bringen, liess sich “Burger King” eine Werbekampagne der besonderen Art einfallen. Die Konkurrenz der beiden Sandwiches allein auf der “Speisekarte” reichte nicht aus, sie sollten auch in der “realen Welt” gegeneinander antreten. Es wurde verkündet, dass stellvertretend für die beiden Burger zwei Hähne in den Kampf treten sollten. Kaum ausgesprochen, hatte die Fastfoodkette auch prompt eine Horde Tierschützer auf dem Hals, die für die armen Vögel einzutreten gedachten.
Zu früh gefreut, denn “Burger King” enthüllte, dass es sich bei der neuen Kampagne keineswegs um Tierquälerei handeln würde. Ganz im Gegenteil jede Menge Amüsement war geplant und das in Form von gutem, altem, primitivem Wrestling. Männer in furchteinflössenden Hennen-Kostümen sollten die Ehre des jeweiligen Sandwiches verteidigen. Der “Gold bird TC” vs. “Red hot Spicy”. Zwei Hähne. Eine Mission. Zu einem solchen Gladiator-Kampf gehörte natürlich auch eine anständige Wettbörse. Und die übertraf alle Erwartungen: Auf Intertops.com voteten über 3 Millionen schaulustige Amerikaner für ihren Geflügel-Favoriten. Angespornt von der wahnsinnigen Publicity der Kampagne zog “Burger King” den Event in Kooperation mit der Werbeagentur “Crispin Porter & Bogusky” in einem riesigen Rahmen auf. Die spektakuläre Schlacht fand schliesslich in der Pico Rivera Sport Arena etwas ausserhalb von Los Angeles statt und wurde von dort sogar ins Fernsehen übertragen. Die Regeln waren einfach: Der erste Vogel, der k.o. geht, hat verloren.
Ein Höllenlärm erfüllte die Halle an diesem grossen Abend in spannender Erwartung auf den Mix aus Kickboxen, Wrestling und anderen Kampfsportarten. Doch nicht alle teilten diese immense Begeisterung, “The Humane Society of the United States (HSUS)” versuchte vehement, die Kampagne mit der Begründung, sie verherrliche die barbarische Praxis des Hahnenkampfes, aufzuhalten. Doch mit der Begründung “Kein echtes Huhn wird verletzt”, machte sich “Burger King” unangreifbar.
Autor: Alice
Wir danken für Bilder kino-govno.com, ign.com, ropeofsilicon.com, worstpreviews.com, itvx.net sowie der Google-Suche und allen anderen, die wir vergessen haben zu erwähnen
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