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Apple-Logo macht kreativ
Es wird immer bunter mit “Apple”. Forscher der Duke-University im amerikanischen Durham behaupten nun, dass das Apfel-Logo die Kreativität fördere. 341 Studenten wurden - unter dem Vorwand, es handle sich um einen Sehschärfetest - rötliche Quadrate und Zahlen auf dem Bildschirm gezeigt. Was die Versuchspersonen nicht sahen: “Apple”- und “IBM”-Logos, die für eine Dauer von 13 Millisekunden eingeblendet wurden. Diese Zeitspanne ist zu kurz, um vom Menschen bewusst wahrgenommen zu werden. Keiner der Studenten konnte sich im Nachhinein erinnern, irgendein Logo gesehen zu haben.
In der anschliessenden Befragung wurden die jungen Leute auf ihre Kreativität hin getestet. Die Aufgabe: Mögliche Verwendungszwecke für einen Ziegelstein zu nennen. Das Ergebnis: Personen, die ein “Apple”-Logo im Bild hatten, konnten im Schnitt zwei ungewöhnliche Einsatzmöglichkeiten mehr nennen, als diejenigen, die nur “IBM” eingeblendet bekamen. Die US-Psychologen schlossen daraus, dass das Logo die meschliche Kreativität anrege. Diese Studie, erschienen im “Journal of Consumer Research”, sorgte für Entzücken bei “Apple-Anhängern”, innovativen Marketing-Experten und natürlich bei “Apple” selbst, lautet doch einer der Slogans der Marke “Ja zum Mac - Lassen Sie ihrer Kreativität freien Lauf”.
Das ist der erste Beweis, dass unterschwellige Markendarbietung Menschen dazu veranlasst, auf ganz spezifische Weise zu handeln.
Zitat der Forscher der Duke-University, die aus dem Schwärmen und Staunen gar nicht mehr herauskamen und geradezu von ihrem Ergebnis berauscht waren: Zwei der drei Wissenschaftlern wechselten nach Fertigstellung der Studie sogleich von herkömmlichen PCs zu “Apple”-Computern. Doch andere Wissenschafter dämpfen den Enthusiasmus nüchtern mit dem Worten, dass die Beeinflussung dieses sogenannten “Primings” zwar signifikant, absolut gesehen jedoch ziemlich gering sei. Vor allem ist es nichts Neues.
So setzte bereits 1957 der Werbefachmann James Vicary das irrtümliche Gerücht in die Welt, er habe in Kinofilmen “Esst Popcorn” und “Trinkt Cola” aufblitzen lassen, um danach die Verkaufszahlen wesentlich steigern zu lassen. Zwar handelte es sich damals um eine Lüge, doch seitdem ist bekannt, dass uns Werbung unterschwelllig beeinflussen kann. Den Beweis lieferten niederländische Forscher vor zwei Jahren: Sie liessen in Filmen unbewusst eine bestimmte Eisteemarke einblenden und anschliessend wählten die Versuchspersonen den Eistee öfter als Wasser - allerdings nur, wenn sie durstig waren. Dieses Priming-Phänomen ist also längst keine Neuheit mehr. Zudem sollte man die Glaubwürdigkeit der Duke-University ernsthaft anzweifeln, die Universität steht nämlich in enger Kooperation mit “Apple”. Im Zuge der “Duke Digital Initiative” wurden im Jahre 2004 “Ipods” an alle 1400 Neuankömmlinge verteilt. Hier von unabhängiger Forschung zu sprechen, grenzt schon an Ironie.
Wir bekamen keinerlei Unterstützung von Apple für unsere Forschung - und sprachen auch nicht mit der Firma vor der Veröffentlichung der Ergebnisse.
So verteidigte sich Co-Autor der Studie Gavan Fitzsimons gegen die Vorwürfe. Unser Vertrauen hält sich in Grenzen. Zumindest die “Apple”-Fangemeinde kann sich freuen, ihr Motto wurde aufs Neue gestärkt: Wir sind kreativer, innovativer, unabhängiger als die Anderen.
Quelle: www.spiegel.de
Autor: Alice
Wir danken für Bilder kino-govno.com, ign.com, ropeofsilicon.com, worstpreviews.com, itvx.net sowie der Google-Suche und allen anderen, die wir vergessen haben zu erwähnen
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