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Neue EU-Mediendienstrichtlinie
Lockerung der Werbeverbote in Sicht
In Österreich forderten die privaten Rundfunksender eine Lockerung der Werbeverbote (Wonderland berichtete). Nun sieht es so aus, als würde dieser Wunsch endlich erfüllt werden. Am 05.05.2008 schickte Österreichs Medienministerin Doris Bures die ersten Novellen zur Umsetzung der EU-Richtline für audiovisuelle Mediendienste (AVMD-RL) in Begutachtung. Die gesamte EU-Richtlinie muss Österreich und der Rest der EU-Staaten bis Dezember 2009 umgesetzt haben. Der erste Teil der Richtlinie scheint sich nun für die Privatsender äusserst positiv auszuwirken. Eine Lockerung der Werberegeln ist in Sicht. Wenn die Neuerungen tatsächlich umgesetzt werden, wird es künftig in Österreich keinen Mindestabstand mehr einzuhalten geben zwischen zwei Werbe-Unterbrechungen. Beim täglichen Werbezeit-Limit wird noch drastischer vorgegangen: Es soll ersatzlos gestrichen werden. So genannte “Teleshopping-Fenster” dürfen in Zukunft in unbegrenzter Anzahl erscheinen. Nun für die Zuseher wird sich das Fernsehen auf den privaten Kanälen um einiges unangenehmer gestalten, doch wenigstens bleibt das Schutzniveau bei Filmen, Nachrichten- und Kindersendungen erhalten.
Nur ein kleines Stück vom Kuchen
Im Radio bleibt den Rezipienten zusätzliche Werbeunterbrechung zum Glück erspart, an den, von den Privaten, heftig kritisierten Werbezeitenlimits ist nicht zu rütteln. Die tägliche Grenze wird weiterhin 172 Minuten betragen, die Abweichung pro Tag darf 20 % nicht überschreiten. Hellauf begeistert sind die österreichischen Privatsender jedoch keineswegs: “Das ist ein erster wichtiger Schritt, kann aber nur ein Teil des Gesamtpakets sein”, kommentierte Rene Tritscher, Geschäftsführer des Verbands Österreichischer Privatsender. Ziel der privaten Sender in Österreich ist es, endlich ein “europakonformes” duales System in Österreich zu erreichen, bis dorthin sei es jedoch noch ein weiter Weg, meint Ludwig Bauer, ATV-Geschäftsführer. Lockerungen erwarten sich die privaten vor allem noch bei den Themen “Product Placement”, On-Demand-Services und Ko- und Selbstregulierung. Doch in diesen Bereichen bestehe noch erheblicher Verhandlungsbedarf, so Doris Bures.
Quelle: diepresse.com
Autor: Alice
Wir danken für Bilder kino-govno.com, ign.com, ropeofsilicon.com, worstpreviews.com, itvx.net sowie der Google-Suche und allen anderen, die wir vergessen haben zu erwähnen



Kleine Frage: Was ist denn ein Schutzniveau ?
Es gab bisher ein erhöhtes Schutzniveau bei den Werbeunterbrechungen in Filmen, Nachrichtensendungen und Kindersendungen. Dieses besagt, dass zulässige Unterbrechungen auf einen Werbeblock pro 30 Minuten-Zeitraum limitiert sind. Dieses so genannte Schutzniveau soll nun auch weiterhin erhalten bleiben, während es für andere Sendungen keinen Mindestabstand zwischen zwei Werbeunterbrechungen geben soll.