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	<title>Wonderland &#187; Interview</title>
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	<description>Branded Entertainment Weblog</description>
	<pubDate>Thu, 29 Jan 2009 10:00:16 +0000</pubDate>
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		<title>Google &#038; Family Guy</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Sep 2008 12:43:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alice</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Branded Entertainment]]></category>

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		<description><![CDATA[Seth MacFarlane, der Erschaffer von der TV Cartoon-Serie &#8220;Family Guy&#8221; hat einen Vertrag mit Google unterzeichnet. Google m&#246;chte eine Web-Version der TV-Serie, die Ber&#252;hmtheiten, wie Matthew McConaughey zeigt und unter anderem famili&#228;re Themen behandelt.
Google selbst hat noch keine Details zur Abdeckung im Internet enth&#252;llt, doch Mitsponsor Burger King verriet, dass er durch das Sponsoring Millionen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://wonderland.creative-assets.com/wp-content/uploads/2008/09/google.jpg" rel="lightbox[2329]"><img class="alignleft size-full wp-image-2336" title="google" src="http://wonderland.creative-assets.com/wp-content/uploads/2008/09/google.jpg" alt="" /></a>Seth MacFarlane, der Erschaffer von der TV Cartoon-Serie &#8220;Family Guy&#8221; hat einen Vertrag mit Google unterzeichnet. Google m&#246;chte eine Web-Version der TV-Serie, die Ber&#252;hmtheiten, wie Matthew McConaughey zeigt und unter anderem famili&#228;re Themen behandelt.</p>
<p>Google selbst hat noch keine Details zur Abdeckung im Internet enth&#252;llt, doch Mitsponsor Burger King verriet, dass er durch das Sponsoring Millionen von Zuschauer erreichen will. Was aber bekannt ist, ist dass dieser Deal mit Seth MacFarlane zu Google&#8217;s Anstrengungen geh&#246;rt, Talente aus Hollywood ins Internet zu bringen. In der Kooperation sieht Google eine neue M&#246;glichkeit, neue Einnahmequellen zu erschliessen, da Google so Hollywoodshows- und Serien als attraktives Werbeumfeld f&#252;r sich einsetzen kann.</p>
<p>via Wall Street Journal (<a href="v">Link</a>)</p>
<p>Bild: (<a href="http://www.productplacement.biz/200809062444/News/Branded-Entertainment/Google-Branded-Entertainment.html" target="_blank">Link</a>)</p>
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		<title>Interview: Michel Bodmer (SF) zu Filmvermarktung</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Aug 2007 06:00:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alice</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Europa]]></category>

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		<description><![CDATA[Film ist nicht gleich Film. Betrachtet man die Filmbranche, so f&#228;llt einem z. B. die Zweiteilung in Majors und Independents auf. Diese unterscheiden sich nicht nur durch ihren Inhalt und die Machart von einander, sondern auch durch ihre Vermarktungsstrategien. Um diese Unterschiede heraus zu filtern, bat Wonderland Michel Bodmer (SF) um ein Interview zum Thema [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://wonderland.creative-assets.com/wp-content/uploads/2007/08/01401381-tv.gif" title="Moderator «Delikatessen», Redaktionsleiter «Film und Serien». Copyright SF/Oscar Alessio" rel="lightbox[1293]"><img src="http://wonderland.creative-assets.com/wp-content/uploads/2007/08/01401381-tv.gif" alt="01401381_tv.gif" align="left" /></a>Film ist nicht gleich Film. Betrachtet man die Filmbranche, so f&#228;llt einem z. B. die Zweiteilung in Majors und Independents auf. Diese unterscheiden sich nicht nur durch ihren Inhalt und die Machart von einander, sondern auch durch ihre Vermarktungsstrategien. Um diese Unterschiede heraus zu filtern, bat Wonderland Michel Bodmer (SF) um ein Interview zum Thema Filmvermarktung.</p>
<p><em><strong>Wonderland:</strong> Welche Ver&#228;nderungen fanden Ihrer Meinung nach in den letzten f&#252;nf Jahren in der globalen Filmwirtschaft statt?</em><span id="more-1293"></span><br />
<strong> Michel Bodmer: </strong>Global betrachtet, tendieren Hollywoodproduktionen dazu, die Filme nicht mehr zeitversetzt, sondern zeitgleich in mehreren L&#228;ndern anlaufen zu lassen. Dabei handelt es sich um eine Entwicklung, welche vorwiegend durch Piraterie motiviert ist. Zudem wird auch das Internet immer st&#228;rker eingebunden. Zum einen im Marketingbereich, andererseits findet aber die Piraterie vermehrt &#252;ber dieses Medium statt. Im Independent-Sektor gewinnt das Internet als Vertriebskanal stark an Bedeutung.</p>
<p><em><strong>Wonderland:</strong> Lassen sich neue Tendenzen in der Filmproduktion beobachten?</em><br />
<strong> Michel Bodmer:</strong> Bei den Tendenzen sind zwei wichtige Entwicklungen zu nennen. Zum einen revolutioniert das Digitalvideo die Produktion von Independent-Filmen im Low-Budget-Bereich. Zweitens gibt es auch die Gegentendenz der Majors noch mehr Geld in Special Effects und Blockbuster zu investieren. Aus diesem Grund wird es schwieriger, den mittleren Bereich zu bearbeiten.</p>
<p><em><strong>Wonderland:</strong> Was sind die Hauptmerkmale der Vermarktung eines Major-Hollywoodfilms?</em><br />
<strong> Michel Bodmer: </strong>Als Quintessenz l&#228;sst sich festhalten, dass grosse Hollywoodproduktionen stark mit Merchandising arbeiten und die Filme gleichzeitig in unterschiedlichen L&#228;ndern anlaufen lassen.</p>
<p><em><strong>Wonderland: </strong>Wie werden moderne Independents vermarktet? Findet eine Ann&#228;herung an Vermarktungstaktiken der Majors statt?</em><br />
<strong> Michel Bodmer: </strong>Normalerweise hat ein Independent-Film kaum ein PR-Budget. Bei den Studios hingegen und sogar beim US-Fernsehen gibt es Produktionen, bei denen die H&#246;he des PR-Etats das Produktionsbudget &#252;berschreitet. Nun haben die Majors die Independent-Szene f&#252;r sich entdeckt. Die meisten Majors haben heutzutage ein Unterlabel, welches den Independent-Bereich bearbeitet. Genau diese Entwicklung zeigte sich dieses Jahr in Sundance. Durch diese Strategie hoffen die Majors beide Publika (das des Massenmarkts und des unabh&#228;ngigen Bereichs) abholen zu k&#246;nnen.</p>
<p><em><strong>Wonderland: </strong>Sehen Sie regionale/landspezifische Unterschiede in der Filmvermarktung?</em><br />
<strong> Michel Bodmer: </strong>Ja, es bestehen durchaus nationale Unterschiede. Man sieht ja bereits in der Schweiz, dass die drei gr&#246;ssten Festivals im Inland – Solothurn, Locarno und Z&#252;rich - unterschiedliche Szenen bedienen.</p>
<p><em><strong>Wonderland: </strong>Mit welchen Schwierigkeiten hat ein Independent Film bei der Kinoauswertung zu k&#228;mpfen?</em><br />
<strong> Michel Bodmer: </strong>Blockbuster wie „Harry Potter“ agieren als Dampfwalzen, denn sie nehmen den Markt f&#252;r sich ein. So l&#228;uft „Harry Potter“ in neun Kinos in Z&#252;rich. Independents bekommen leider nur wenige Screens und ein Independent findet sein Publikum oft erst langsam, er braucht Zeit, um sich zum Publikumserfolg zu entwickeln, er ist oft ein sog. Sleeper. Vor allem in den USA hat man oft nicht die Geduld oder die M&#246;glichkeit, einen Independent sich entwickeln zu lassen.</p>
<p><em><strong>Wonderland: </strong>David Lynch &#228;usserte sich vor kurzem klar ablehnend zu Product Placement. Inwiefern ist diese Praktik bei den Independents popul&#228;r?</em><br />
<strong> Michel Bodmer: </strong>Ein Independent in den USA bedient sich oft solcher Sachleistungen, wie Autos, oder es werden z. B. Locations f&#252;r den Dreh bereitgestellt. Diese Leistungen werden abschliessend im Abspann verdankt. Es gibt dabei zwei Seiten: Einerseits ist ein Indie auf Sachleistungen angewiesen, das ist nichts Ungew&#246;hnliches und realit&#228;tsnahes Product Placement ist an sich nicht verwerflich; ganz anders sieht es aus, wenn die Werbeabsicht zu sehr in den Vordergrund ger&#252;ckt wird. Der Arthouse-Sektor ist in quantitativer Hinsicht finanziell nur bedingt attraktiv, aber das Publikum, welches diese Filme sieht, wird in den letzten Jahren immer begehrter. Durch Beteiligung an Independents versuchen die Unternehmen sich als jung und hip  zu positionieren. Die Marke muss a) zum Inhalt passen, es muss ein Film sein, in dem das Vorkommen der Marke nicht gestellt wirkt. (Das ist zum Beispiel in Lynch-Filmen nicht m&#246;glich, da er sein eigenes Universum erschafft.) b) muss die Marke zum Image der Independent-Szene generell passen.</p>
<p><em><strong>Wonderland: </strong>In welche Richtung entwickelt sich der moderne Schweizer Film?</em><br />
<strong> Michel Bodmer:</strong> Hier lautet das Stichwort &#8220;Amerikanisierung&#8221;. Der Autorenfilm tritt immer mehr zur&#252;ck und das Unterhaltungsorientierte r&#252;ckt in den Vordergrund.</p>
<p><em><strong>Wonderland: </strong>Wie erreicht ein Schweizer Film Erfolg beim Publikum?</em><br />
<strong> Michel Bodmer: </strong>„Achtung, Fertig, Charlie!“, „Mein Name ist Eugen“, „Die Herbstzeitlosen“ und „Grounding“ sind Unterhaltungsfilme, welche Themen aus der Schweiz aufgreifen. Sie sind auch Genrefilme. „Grounding“ ist weit weg von einer n&#252;chternen Schilderung der Tatsachen, wie diesvielleicht in fr&#252;hen Jahren des Schweizer Films der Fall war, sondern eine wahre Geschichte, die wie ein Thriller  aufbereitet wurde. Wie man am Beispiel des letzteren Films sieht, hat sich auch die Form des Erz&#228;hlens ver&#228;ndert.</p>
<p><em><strong>Wonderland: </strong>Was sind die St&#228;rken und die Schw&#228;chen Schweizer Filme?</em><br />
<strong> Michel Bodmer: </strong>Zu den St&#228;rken z&#228;hlen sicherlich die Storys, die dank ihres Bezugs zur Schweiz unikat&#228;r sind. Ebendiese St&#228;rke auf dem Heimmarkt ist allerdings auch eine Schw&#228;che, was  die Exporteignung angeht.. Der Schweizer Film erz&#228;hlt zumeist kleine Geschichten mit wenig Geld und bescheidenen Schauwerten, was den internationalen Appeal schm&#228;lert, wobei die d&#228;nischen &#8220;Dogma&#8221;-Filme zeigen, dass das nicht zwingend ist. Das Publikum selbst hat ein schlechtes Bild vom Schweizer Film. Gut, dass das Publikum in den letzten Jahren sich immer mehr &#252;berzeugen kann, dass Schweizer Filme nicht bieder und langweilig sein m&#252;ssen.</p>
<p><em><strong>Wonderland: </strong>Wie kann/soll man deren Marketing verbessern?</em><br />
<strong> Michel Bodmer: </strong>Das Produktionsbudget ist nicht zentral relevant f&#252;r den Erfolg oder die Vermarktung. „Die Herbstzeitlosen“ und „Sternenberg“ hatten ein tiefes Budget, was dem Erfolg keinen Abbruch tat. Es kommt vielmehr auf die Geschichte an, die man zu erz&#228;hlen hat. Nach wie vor mangelt es an starken Drehb&#252;chern, aber die heutigen Autoren interessieren sich als ihre Vorg&#228;nger daf&#252;r, wie Geschichten erfolgreich erz&#228;hlt werden. Die Ursache f&#252;r den Mangel an starken Dramen liegt nicht zuletzt im kulturellen Hintergrund der Schweiz, die sehr stark voneiner Konsenskultur gepr&#228;gt ist, und Konsens kann der Dramatik hinderlich sein.</p>
<hr />
<p class="fussnote_entry">Als Redaktionsleiter Film und Serien verantwortet Michel Bodmer rund 30% des Programms von SF 1 und SF zwei; als Moderator der mont&#228;glichen cinephilen Sendung «Delikatessen» auf SF zwei b&#252;rgt er daf&#252;r, dass das Film- und Serienprogramm von SF neben guter Unterhaltung auch eigenwillige und k&#252;nstlerisch wertvolle Werke bietet. Des Weiteren ist Michel Bodmer als freier Filmkritiker f&#252;r die Neue Z&#252;rcher Zeitung und andere Medien t&#228;tig. Michel Bodmer schreibt in seinem  Film- und Serien-Blog <a href="http://film.blog.sf.tv/" target="_blank">&#8220;Michel Impossible&#8221;</a> &#252;ber Neuigkeiten, Hintergrundinformationen und Aperçus aus der Welt des Kinos und der Fernsehserien und l&#228;dt zu Diskussionen vor allem auch &#252;ber die Filme und Serien im Programm von SF ein.</p>
<p class="fussnote_entry">Bild: Copyright SF/Oscar Alessio</p>
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		<title>Interview: Prof. Werner Wirth (IPMZ) zu Product Placement</title>
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		<pubDate>Tue, 29 May 2007 09:19:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alice</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Wie alle Instrumente, die in der und durch die Praxis geformt wurden, weist auch Product Placement bisher lediglich eine schwache theoretische Fundierung auf. Klassische Wirkungsforschung der Kommuniktionswissenschaften befasst sich vorwiegend mit traditioneller Werbung und PR, ohne Product Placement und Tie-Ins verst&#228;rkt zu ber&#252;cksichtigen. Dieser Tatsache versucht eine Forschergruppe am Institut f&#252;r Publizistik- und Medienwissenschaften unter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie alle Instrumente, die in der und durch die Praxis geformt wurden, weist auch Product Placement bisher lediglich eine schwache theoretische Fundierung auf. Klassische Wirkungsforschung der Kommuniktionswissenschaften befasst sich vorwiegend mit traditioneller Werbung und PR, ohne Product Placement und Tie-Ins verst&#228;rkt zu ber&#252;cksichtigen. Dieser Tatsache versucht eine Forschergruppe am Institut f&#252;r Publizistik- und Medienwissenschaften unter der Leitung von Prof. Werner Wirth entgegen zu wirken, indem empirische Wirkungsstudien im Bereich des Product Placement vorangetrieben werden. Wir haben uns mit Prof. Wirth zu einem Gespr&#228;ch rund um Product Placement getroffen.</p>
<p><a href="http://wonderland.creative-assets.com/wp-content/uploads/2007/05/wernerwirth.gif" title="wernerwirth.gif" rel="lightbox[1058]"><img src="http://wonderland.creative-assets.com/wp-content/uploads/2007/05/wernerwirth.gif" alt="wernerwirth.gif" align="left" /></a><em><strong>Wonderland:</strong> Wie relevant ist das Thema &#8220;Product Placement&#8221; f&#252;r die aktuelle Publizistikwissenschaft? Gibt es neue Theorien, neue Entwicklungen zu diesem Thema?</em><br />
<strong> Prof. Werner Wirth: </strong>Die Kommunikationswissenschaft ist eine Disziplin, die noch mehr als Soziologie auf Trends achten muss, wenn sie Schritt halten will. Dabei kann man diese Aufgabe auf zwei Wegen bew&#228;ltigen. Zum Einen kann man die alten Theorien und Methoden auf neue Trends anwenden, was durchaus seine Berechtigung hat. Im Falle von Product Placement muss man sich &#252;berlegen, ob man nicht neue Theorien braucht. Die Theorie des &#8220;Mere Exposure&#8221;, mit welcher wir hier in unserer Abteilung arbeiten, ist nicht neu, sondern war im Kontext der Werbewirkung bisher nicht so relevant, aber durch die Entwicklung und Etablierung des Product Placement hat sie an Relevanz gewonnen. Bisher gab es dazu keine explizite Forschung. Somit sind wir die ersten, die einen solchen Forschungsansatz mit der Wirkung zu Product Placement verbinden.</p>
<p><em><strong>Wonderland:</strong> Bisher wurde in den USA viel geforscht.</em><br />
<strong> Prof. Werner Wirth:</strong> Das h&#228;ngt damit zusammen, dass die USA unproportional viel gr&#246;sser sind. Die Anzahl der Professuren in den USA im Fach Kommunikationswissenschaft ist etwa zehn- bis zwanzigmal so hoch wie in ganz Europa.</p>
<p><em><strong>Wonderland:</strong> Das Europ&#228;ische Parlament musste &#252;ber die Zulassung des Product Placement in der EU abstimmen mit dem Resultat eines Pauschalverbots mit der Option f&#252;r das jeweilige Land, die Praktik zuzulassen. Welche Gr&#252;nde sprechen f&#252;r eine Liberalisierung von Product Placement?</em><span id="more-1058"></span><br />
<strong> Prof. Werner Wirth: </strong>Aus unserer Forschung heraus w&#252;rden wir sagen, dass es subtile Wirkungen gibt, die von den Zuschauern gar nicht bemerkt werden, auf der anderer Seite ist es einen Bereich, bei welchem hinter geschlossenen T&#252;ren viel mehr abl&#228;uft, als man sich vorstellen k&#246;nnte. Schliesslich ist nicht jedes pr&#228;sentierte Produkt in einem Film Product Placement: Audiovisuelle Produktionen bed&#252;rfen Fahrzeuge, elektronischer Ger&#228;te, oder Getr&#228;nke, die dann auf dem Tisch stehen. Der n&#228;chste Schritt, n&#228;mlich daf&#252;r Geld zu verlangen, findet in der Regel nicht &#246;ffentlich statt. Deswegen macht es keinen Sinn, das Ganze schlichtweg zu verbieten. Hingegen ist es besser, sich st&#228;rker mit der Praxis auseinander zu setzen, Regeln auferlegen, um Wege zu finden, wie Product Placement stattfinden kann.</p>
<p><em><strong>Wonderland: </strong>Die Schweiz hat bestimmt, dass Product Placement in Fernsehsendungen als solches gekennzeichnet werden muss. Da wir in einer Markenwelt leben, liegt die Vermutung nahe, dass der Konsument sich autonom mit Product Placement auseinander setzen k&#246;nnte und Awareness bes&#228;sse, wenn er mit Werbung konfrontiert wird. Muss der Zuschauer tats&#228;chlich noch gesch&#252;tzt werden?</em><br />
<strong> Prof. Werner Wirth:</strong> Der Konsument ist zwar in gewisser Weise autonom, ist aber auch in seinen sozialen Kontext eingebunden, ist auf seine psychologischen Wahrnehmungsapparate angewiesen und kann diese auch nicht einfach abschalten - vieles ist automatisch gesteuert. Die Aufmerksamkeitsfaktoren in den Filmen, mit denen der Regisseur arbeitet, sind bei uns fest verdrahtet und da k&#246;nnen wir kaum was gegen machen. Wir k&#246;nnen zwar bewusst unsere Aufmerksamkeit auf etwas richten, aber bestimmte Elemente in den Filmen erregen unsere Aufmerksamkeit und diese Orientierungsfunktion ist nicht steuerbar. Wenn sich der Zuschauer auf die Handlung konzentriert und das Product Placement unauff&#228;llig eingebunden ist, vermag es dennoch zu wirken. Deswegen macht man es sich zu einfach, wenn man sagt, die Autonomie des Konsumenten ist doch gross genug, als dass wir ihn nicht sch&#252;tzen m&#252;ssten. Die Forschung zeigt, dass Product Placement vom Zuschauer nicht, wie klassische Spotwerbung, umgangen werden kann.</p>
<p><em><strong>Wonderland:</strong> PR musste von am Anfang auch f&#252;r Professionalisierung k&#228;mpfe. Heute ist PR als Praktik gut etabliert, man kann aber auch nicht immer redaktionelle Inhalte von den vorproduzierten unterscheiden. PR hat zum Beispiel Regeln zur Selbstsanktionierung auferlegt. Ist das ein m&#246;glicher Ansatz bei Product Placement?</em><br />
<strong> Prof. Werner Wirth: </strong>Freiwillige Selbstkontrolle ist die schw&#228;chste Form aller Regelungen. Sicherlich w&#228;re es ein erster Schritt, aber gerade wenn man &#252;ber Kindersendungen spricht, w&#228;re dies ungen&#252;gend. Auch wenn Kinder wie selbstverst&#228;ndlich mit Werbung aufwachsen, heisst das nat&#252;rlich nicht, dass Kinder immun gegen Werbewirkung w&#228;ren. In der Diskussion &#252;ber Wahrnehmung springe ich immer zwischen bezahltem Product Placement und der Tatsache, dass Produkte im realen und abgefilmten Leben schlichtweg vorkommen - hier besteht aus der Sicht des Rezipienten, sowie aus der Sicht der Wirkung, kein Unterschied. Mir geht es darum, dass man diese Wirkung zwar nicht ganz verhindern, aber doch die Leute &#252;ber m&#246;gliche Wirkungen – auch subtile - aufkl&#228;ren kann. Hinzu m&#252;ssen Regelungen von der anderen Seite kommen. Bei Kindersendungen sollte man jedoch (bezahltes) Product Placement vielleicht in der Tat verbieten.</p>
<p><em><strong>Wonderland:</strong> In Filmindustrien, welche von ihrer Gr&#246;sse her klein sind und unter konstantem Geldmangel leiden, wie in der Schweiz, fragt man sich, ob Product Placement F&#252;r die Filmwirtschaft nicht eine Chance w&#228;re, konkurrenzf&#228;higer zu sein oder bessere Produktionen zu machen?</em><br />
<strong> Prof. Werner Wirth:</strong> Bei Erwachsenenfilmen w&#252;rde ich es durchaus so sehen. Die Medienkonvergenz schreitet voran und es gibt ja l&#228;ngst Ger&#228;te, welche es einem erm&#246;glichen Unterbrecherwerbung zu vermeiden, indem man zeitversetzt fernsieht. Wenn sich das Fernsehen mit der Unterbrecherwerbung irgendwann nicht mehr finanzieren kann, so muss es eben andere Wege finden. Deswegen werden wir um Product Placement nicht herumkommen.</p>
<p><em><strong>Wonderland:</strong>  K&#246;nnen Sie sich an ein Placement erinnern, das sie gest&#246;rt hat?</em><br />
<strong> Prof. Werner Wirth:</strong> Ich sehe es mit anderen Augen, mit den Augen des Forschers. Ich finde es momentan eher am&#252;sant, wenn ich Product Placement bemerke. Ich &#252;berlege mir dann eher, wie k&#246;nnte das jetzt wirken, wenn ein B&#246;sewicht eine Zigarettenmarke benutzt, oder ein Handy einer bestimmter Marke. Er ist eigentlich ein negativer Held und dementsprechend negativ besetzt, und jetzt ist die Frage, wenn es nun Imagetransfer gibt, dann ob dieser Imagetransfer nicht negativ ist. Ich frage mich - in welchem Kontext taucht es auf, wie ist er eingebunden in die Handlung, wie stark wirkt er als Fremdk&#246;rper. Pers&#246;nlich nervt mich Product Placement wenig.</p>
<p><em><strong>Wonderland:</strong> Kann man Product Placement denn &#252;berhaupt steuern? Es scheint doch eher eine Gratwanderung zwischen Mere Exposure und Reaktanz zu sein.</em><br />
<strong> Prof. Werner Wirth:</strong> Ja, es ist sicherlich eine Gratwanderung, aber man kann das als Produzent schon steuern. F&#252;r die eher unbekannten Marken, wie wir sie untersucht haben, ist es nur wichtig, dass sie nicht zu sehr auffallen und dass der Zuschauer seine Konzentration auf Dinge im Film richtet, die nicht prim&#228;r mit Product Placement zu tun haben. Dadurch wird der Produkt- oder Markenname nicht salient, also nicht auff&#228;llig f&#252;r die Wahrnehmung und solange er nicht auff&#228;llig wird, bemerkt es der Zuschauer auch nicht wirklich. In der Folge entsteht weder Persuasionswissen noch Reaktanzverhalten. Das ergibt eine beil&#228;ufige, subtile Werbung, die kaum st&#246;rend wirkt. Die Ursachen, warum und wie Product Placement salient wird, sind unterschiedlich. Zum Einen kann Salienz dadurch entstehen, dass das Produkt im Vordergund plaziert wird. Eine zweite M&#246;glichkeit ist die Frequenz. Je h&#228;ufiger und je l&#228;nger eine Einstellung mit einem Markennamen oder einem Produkt verwendet wird, desto eher entsteht Salienz. Die magische Zahl, bei welcher Product Placement wirkt, ist noch nicht gefunden und sie d&#252;rfte auch immer vom Kontext abh&#228;ngen, oder auch davon wie gut das Placement mit der Handlung verschmolzen ist. Auf der Zuschauerseite beeinflusst die Konzentration und das Involvement, mit dem der Zuschauer den Film verfolgt, ebenfalls die Wirkung des Placements.<br />
Ich denke, wichtig f&#252;r die werbetreibende Wirtschaft ist erstens zu wissen, dass es so einen Umkippeffekt gibt und zweitens dass man die wichtigsten Wirkungsprozesse kennt, auf deren Basis die Marken oder Produkte salient werden, und dass man schlie&#223;lich drittens weiss, welche Faktoren die Salienz beeinlussen.</p>
<p><em><strong>Wonderland:</strong> Wie wirkt sich denn die Erw&#228;hnung des Product Placement vor der Sendung auf den Zuschauer aus? An dieser Stelle sind die in der Schweiz geforderten Hinweise auf Product Placement im Fernsehen gemeint.</em><br />
<strong> Prof. Werner Wirth:</strong> Es w&#228;re spannend, die Wirkung des Vor- und Abspanns zu untersuchen. Die Wirkungen k&#246;nnten n&#228;mlich in zweierlei Richtungen gehen: zum Einen k&#246;nnte man klassisch sagen: Es handelt sich um Mere Exposure, es wird noch 2-3 Mal mehr gezeigt und k&#246;nnte daher vielleicht Reaktanzverhalten hervorrufen. Man k&#246;nnte aber auch andersrum denken und meinen - aha, die spielen ja mit offenen Karten und dadurch die Reaktanz vermindern. Zudem muss wohl noch unterschieden werden, ob es um den Vor- oder um den Nachspann geht. Der Vorspann wird leichter wieder vergessen, denn die Erinnerung an den Vorspann wird vom nachfolgenden Inhalt &#252;berlagert. Wir sollten das demn&#228;chst einmal untersuchen.</p>
<p><em><strong>Wonderland:</strong> Gibt es Unterschiede zwischen Medien?</em><br />
<strong> Prof. Werner Wirth: </strong>Dazu gibt eine neue Arbeit Auskunft, welche sich mit Internet befasst hat. Dort wurde auf einer Webpage zufallsgesteuert Werbung eingeblendet. Bei dieser Studie im Internet haben wir die H&#228;ufigkeit, mit der ein Produkt eingeblendet wurde, zuf&#228;llig variieren lassen. Die Kurve, die daraus resultierte, folgte den gleichen Regeln, wie wir es aus Filmstudien bereits kennen. Somit scheint es im Internet &#228;hnlich zu funktionieren. Wir haben auch Product Placement in Musikvideos untersucht und beispielsweise herausgefunden, dass wenn der Fronts&#228;nger ein T-Shirt tr&#228;gt, f&#228;llt dem Zuschauer auch der Schriftzug darauf auf, wird salient und erzeugt Reaktanz. Aber wenn seine Bandmitglieder, die nur im Hintergrund stehen und dasselbe T-Shirt haben und der Fronts&#228;nger nicht, so wird das Placement nur beil&#228;ufig wahrgenommen und f&#228;llt nicht auf. Es wirkt aber trotzdem. Die Unterschiede beziehen sich also darauf, wann etwas salient wird, wie die Konzentration des Zuschauers auf den Inhalt ist und wie stark sich der Zuschauer durch verschiedene Product Placements ablenken l&#228;sst. Wir vermuten, dass das Grundprinzip bei allen Medien das gleiche ist.</p>
<p><em><strong>Wonderland:</strong> Wenn man von James Bond als Sonderfall spricht, so liess sich der in &#8220;Die Another Day&#8221; integrierte BMW sehr gut verkaufen und die Kommunikationskampagne war sehr breit angelegt. Wie kann man dies im Zusammenhang mit Reaktanz erkl&#228;ren?</em><br />
<strong> Prof. Werner Wirth:</strong> Mere Exposure Effekt ist bei bekannten Marken weniger gut anwendbar, da dieser sich auf eher unbekannte bezieht. Die werbetreibende Wirtschaft &#228;rgert sich im Nachhinein, dass die Leute sich an die teuer platzierte Marke nicht erinnern k&#246;nnen. James Bond ist insofern ein Sonderfall, als dass es sich dabei schon um einen Kult handelt, bei welchem Produkteinblendungen eher am&#252;sant wirken und Teil des Unterhaltungskonzepts sind. Bei anderen Produkten zeigen Studien, dass die Menschen sich oft an das platzierte Produkt nicht erinnern k&#246;nnen. Daraus wird gerne der Schluss gezogen, dass es keine Wirkung gibt. Das ist vermutlich vorschnell geurteilt, wie die Mere Exposure Forschung zeigt. Aber auch bei der Platzierung bekannter Marken sind die Imagetransfereffekte wahrscheinlich komplexer, als dass man sagen k&#246;nnte: Ich habe das Produkt in dem Film gesehen und finde es deswegen cool - so einfach funktioniert es eben nicht.</p>
<p><em><strong>Wonderland:</strong> Wie kann man denn die Preise f&#252;r Product Placement diskutieren?</em><br />
<strong> Prof. Werner Wirth: </strong>Das Hauptproblem f&#252;r die Werbetreibende Wirtschaft ist an dieser Stelle, dass es kein Tausendseher-Preis f&#252;r Product Placement gibt, es existiert noch keine allgemein anerkannte W&#228;hrung f&#252;r Product Placement, insofern ist es schwierig, die Preise zu diskutieren.</p>
<p><em><strong>Wonderland:</strong> Das US-Unternehmen iTVX versucht genau eine W&#228;hrung, den Q-Ratio f&#252;r Product Placement zu entwickeln, indem Product Placement in Vergleich zu einem 30 sek. Spot gesetzt wird.</em><br />
<strong> Prof. Werner Wirth:</strong> Sie m&#252;ssten mit der Salienzwahrscheinlichkeit arbeiten, dann kann dies ein richtiger Ansatz sein. Nur kann man eben nicht so einfach sagen, je h&#228;ufiger und je vordergr&#252;ndiger ein Produkt platziert ist, desto besser ist die Wirkung.</p>
<p><em><strong>Wonderland: </strong>Gibt es eine M&#246;glichkeit, aktuelle Forschung mitzuverfolgen und sozusagen am Ball zu bleiben?</em><br />
<strong> Prof. Werner Wirth:</strong> Mit <a href="http://medienrezeption.ch/cms/de/home/" title="Link zu Medienrezeption" target="_blank">www.medienrezeption.ch</a> haben wir f&#252;r den Bereich Medienrezeption eine online Plattform entwickelt, auf welcher die Forschung der Abteilung V mitverfolgt werden kann. Auf der Homepage k&#246;nnen Angaben zu aktuellen Rezeptionsstudien, Vortr&#228;gen und Publikationen gefunden werden.</p>
<p class="fussnote_entry">Prof. Werner Wirth ist Ordinarius f&#252;r empirische Kommunikationswissenschaft und Medienforschung, seit September 2003 Abteilungsleiter am Institut f&#252;r Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universit&#228;t Z&#252;rich und Professor f&#252;r Empirische Kommunikations- und Medienforschung (IPMZ). Seine Forschungsinteressen umfassen Unterhaltungsforschung, emotionale Medienwirkungen, Glaubw&#252;rdigkeit, Werbewirkungsforschung, politische Persuasionsforschung, Online- und Mobilkommunikation, empirische Methoden.</p>
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